Karl Artur Gnauck (1870-1934), der in seiner Heimatstadt Dresden vergeblich versucht hatte, sich als Bäcker selbstständig zu machen, sah in der die freiwerdende Bäckerei eine willkommene Chance. Mit seiner Ehefrau Elisabeth Frieda, geb. Flechs, einem Sohn und zwei erwachsenen Töchtern zog er nach Ottendorf, meldete am 04.10.1919 das Gewerbe an und eröffnete am Sonnabend, dem 1. November 1919 die seine "Brot- und Weißbäckerei". Der Anfang war gewiß nicht leicht. Es gehörte in den ersten Monaten dazu, daß Frieda Gnauck täglich mit dem Zug nach Dresden fuhr und eine Kiepe (Tragkorb) voller Brote mitschleppte. Das Brot verkaufte sie in Dresden-Kaditz bei ehemaligen Nachbarn, Bekannten und Freunden. Noch bis ins hohe Alter, war diese kleine drahtige, unternehmungslustige Frau der gute Geist der Familie. Liebevoll wurde sie nicht nur von Kindern und Enkeln, auch von Nachbarn und Kunden als die "kleine Oma" benannt. Maßvolle und durchdachte Investition, mit denen Karl Artur Gnauck ab 1925 Geschäft und Gebäude erweiterte, stabilisierten die Bäckerei. So verfuhren auch spätere Generationen der Gnaucks. Notwendige Investitionen waren eher zurückhaltend erfolgt, jedoch immer so angelegt, daß Schulden und Kreditaufnahmen rückzahlbar blieben und den Erhalt des Gewerbes nicht gefährdeten.